Proske unterhält sich

Innovative Bauprojekte in Ebersberg

Bürgermeister Ulrich Proske, Manfred Haupt (geschäftsführender Vorstand der Wohnungsgenossenschaft Ebersberg eG) und Frederik Mann (Geschäftsführer der Eurythos Unternehmensgruppe) gaben während eines Infoabends zu „Proske unterhält sich“ Einblick in die aktuelle Situation in der Bau- und Immobilienbranche. Sie erläuterten Kosten und Rahmenbedingungen, Energieeffizienz und gesetzliche Regelungen.

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Geförderte Wohnungen

Die Wohnungsgenossenschaft Ebersberg wird in den nächsten Jahren insgesamt 80-90 geförderte Wohungen neu errichten, zum Beispiel an der Friedenseiche VIII und in Hörmannsdorf. 32 davon entstehen zeitnah im Augrund, im Südwesten Ebersbergs. Bürgermeister Uli Proske nannte diese Planung „bahnbrechend“, da in den letzten 20 Jahren in Ebersberg kaum bezahlbarer Wohnraum entstanden sei.

Manfred Haupt berichtete, dass dieses Projekt kostensparend ohne Tiefgarage erstellt werden könne, da pro Wohneinheit nur noch ein halber Stellplatz gestellt werden muss. Die Projekte werden in Ziegelbauweise durchgeführt. Bauen mit Holz sei zwar sehr beliebt, preisgünstig und Holz ein nachhaltiger Baustoff, Ziegelbau sei aber langlebiger und robuster, sagt Manfred Haupt.

Neben den geförderten Wohnungen wird auch über 700 Quadratmeter mietpreisgedämpfter Wohnraum entstehen, dafür gebe es keine Förderung, die Stadt habe aber ein Belegungsrecht, z.B. für Mitarbeiter, sagte Uli Proske.

Gründe für den Baurückgang im Mietwohnungssektor der vergangenen Jahre sind die gestiegenen Baukosten, höheren Anforderungen an energetische Standards und hohen Zinsen. Umso erfreulicher ist, dass trotz schwieriger Bedingungen die Stadt Ebersberg Zeichen setzen kann.

 

Gesundheitscampus und barrierefreies Wohnen

Der „Gesundheitscampus“ in der Kolpingstrasse bietet für Ebersberg ein umfassendes Angebot unter einem Dach: ein Medizinzentrum, Servicewohnen für Senioren und eine Tagespflege mit angeschlossenem ambulantem Pflegedienst. Dazu wird es Räume für den Einzelhandel geben. Der Betreiber der Tagespflege und des Pflegedienstes wird das Bayerische Rote Kreuz (BRK) sein. Als Mieter für das Medizinzentrum steh bereits das Ebersberger ZOS fest.

Das Projekt Etrium (Eurythos) in unmittelbarer Nähe zum Gesundheitscampus bietet modernes und barrierefreies Komfortwohnen (bei Bedarf können Pflege- oder Unterstützungsleistungen hinzugebucht werden.

 

Thema: Standortvorteil Ebersberg

Manfred Haupt und Frederik Mannanerkennend lobten die verlässlichen Politik durch den aktuellen Bürgermeister und nannten die gute Anbindung an München sowie Ebersbergs eigene Infrastruktur als einen der Standortvorteile der Stadt.

 

Thema: Energieversorgung in Ebersberg

Aufgrund einer Gesetzesänderung ab 1. Juli sind Quartierslösungen wieder mit kfW 55 förderfähig (bisher war dies nur bei kfw 40 möglich). Wie Manfred Haupt darstellte, liegt Ebersberg zurzeit noch bei über 60% fossiler Brennstoffe. Eine Grobplanung für Quartiere mit Nahwärmeversorgung wäre also hilfreich. Proske erläuterte die Probleme, die damit einhergehen: die Untergrundinfrastruktur muss dafür neu organisiert werden und Straßen müssen aufgerissen werden.

Claudia Lichte